St Patricks Day und die Jagd nach dem Glück

Zu Ehren des St. Patrick finden am 17. März überall auf der Welt, wo Iren leben oder die Menschen gerne irisch feiern, Paraden statt. Fünf bis sechs Tage lang steht die Hauptstadt Irlands Dublin  Kopf und die Besucher feiern ihren Schutzpatron dabei gebührend. Es gibt ein breit gefächertes Programm für jung und alt mit Auftritten von Bands, Komikern und Tänzern. In New York findet jedes Jahr am 17. März ein St. Patrick’s Umzug quer durch die Stadt statt. Dazu laufen Iren und irische Fans begleitet von Musikern und Tänzern durch die Straßen von Manhattan. Auch in Deutschland wird der St. Patrick’s Day gefeiert. So treffen sich am 17. März viele irische Fans in Pubs, um gemeinsam den Nationalfeiertag der Iren zu begehen. Dabei wird irische Musik gehört, aber auch reichlich Guiness, eine der bekanntesten irischen Biersorten, getrunken. Am Nationalfeiertag trägt man Grün, ein kleines Bündel Kleeblätter am Kragen oder am Hut und verspricht sich davon, mehr Glück zu haben.

(Quelle http://www.brauchwiki.de)

Der Leprechaun (Kobold) wird als kleiner kräftiger Kerl dargestellt. Die Kelten glaubten, dass er magische Kräfte besitzt und einen Schatz bewacht. Deshalb spricht man auch häufig am St. Patrick’s Day von einem „pot of gold“ und geht sogar auf Schatzsuche. Seit dem Walt Disney Film „Das Geheimnis der verwunschenen Höhle“ gilt der Kobold deshalb als Symbol für den St. Patick’s Day.

(Quelle: http://www.religionfacts.com/christianity/holidays/st_patricks_day.htm )

 

Das Versteck des Leprechaun

Nepomuck liegt bäuchlings auf der Wiese und stützt den Kopf in beide Hände. Aufmerksam schweift sein Blick umher. Hier ist alles so grün, fast unwirklich! Doch der matte smaragdgrüne Schimmer, der über allem liegt, tut mir gut, ebenso wie die milde Luft. Allerdings kann es jederzeit anfangen zu regnen. Tja, das ist eben Irland!

„Nepomuck, so komm doch endlich! Wir wollen Ball spielen!“

Das sind die Zwillinge Kilian und Kiara: Sieben Jahre alt und kaum voneinander zu unter-scheiden mit ihren grünen Augen, den vielen Sommersprossen und dem feuerroten Haar.

Viele Menschen hier sind rothaarig, stellt Nepomuck fest, so wie meine Freundin Peggy, die ich in Deutschland kennengelernt habe und die jetzt schon seit einem Jahr in Norwegen lebt, um dort das Fressverhalten der Elche zu studieren.

Der kleine Kobold spürt plötzlich einen Anflug von Heimweh in sich aufsteigen. Schnell springt er deshalb auf und jagt Kiara den Ball ab. Nach kurzer Zeit blitzen seine schwarzen Augen wieder unternehmungslustig mit denen der Zwillinge um die Wette. Ein Kobold kann eben einfach nicht lange traurig sein.

Nepomuck fühlt sich ja auch sehr wohl hier: Besonders gut gefallen mir die bunten Haustüren, die die irischen Häuser schmücken. Manchmal sind aber auch die Häuser bunt und die Haustüren weiß.

Nepomuck – selbst ein richtiger Künstler, der sich damit auskennt – hat in seinem norwegischen Kobolddorf viele Haustüren geschnitzt und angemalt. Vor den Türen in Irland sitzen oftmals alte Männer und paffen friedlich ihre Pfeife.

Beim Frühstück erlebte Nepo freilich erstmal einen kleinen Schock: auf seinem Teller Speck, je eine Scheibe Blut- und Leberwurst und Würstchen! Nun, es existieren nur wenige Kobolde, die überhaupt Fleisch mögen. Zum Glück des Gourmets mit besonderem Hang zu Süßem gab es aber auch „Scones“, ein englisches Gebäck, das er mit Ahornsirup und Marmelade genüsslich verzehrte.

Nepomuck tritt kräftig gegen den Ball – und nimmt im gleichen Augenblick aus den Augenwinkeln eine huschende Bewegung wahr.

„Was war das?“, wundert er sich.

„Ach, sicher nur ein Leprechaun“, vermutet Kilian achselzuckend.

„Was ist ein ‚Leprechaun?“, Nepomuck lässt das seltsam klingende Wort ganz langsam über seine Zunge rollen.

„So nennen wir die Kobolde hier in Irland“, erklärt Kiara.

„Sie sind sehr neugierig und beobachten uns gern. Allerdings sind sie richtige Einzelgänger und immer allein unterwegs.“

„Ganz anders als bei uns“, überlegt Nepomuck. „Wir finden es in Gruppen viel lustiger. Was macht denn ein einzelner Leprechaun den ganzen Tag? Wird ihm nicht langweilig?“

Kilian schüttelt den Kopf.

„Nein, die sind immer beschäftigt, stellen zum Beispiel Schuhwerk für Elfen her und …“

„Sie sind sowas von geizig!“, ruft Kiara dazwischen. „Manchmal erblickt man einen von ihnen, wie er einen Topf mit Goldstücken schleppt, um ihn zu verstecken. Das Versteck befinde sich am Ende des Regenbogens, heißt es. Schon so mancher hat versucht, einem Leprechaun seinen Topf abzujagen – aber falls es gelang, verschwand das Gold, sobald er es ausgeben wollte.“

Neben Nepomuck raschelt es, und jetzt sieht er den Leprechaun, der tatsächlich noch wesentlich kleiner ist als er selbst! Auf seinem Kopf sitzt ein grüner Hut, und auch seine Jacke ist grün. So wäre er eigentlich gut getarnt – wenn, ja, wenn sein feuerrotes Haar nicht derart leuchten würde.

Langsam steht Nepomuck auf und macht einen Schritt auf den kleinen Wicht zu.

Meine Güte! Der ist ja mit seinem zerknitterten Gesicht und den böse dreinblickenden Augen fast so hässlich wie die Wurzelzwerge daheim. Und lustig ist er auch nicht, denkt er.

„Kommt, wir jagen ihm sein Gold ab“, begeistert sich Kiara und springt auf. Der Leprechaun kreischt erbost auf und saust blitzschnell davon.

„Wir müssen uns trennen, sonst finden wir ihn nicht“, schlägt Kilian vor.

Gesagt, getan! Jeder sucht in einer anderen Richtung. Nepomuck findet schnell eine Spur. Es poltert laut – und, jawohl, da ist der Leprechaun! Sich auf der Flucht nach seinem Verfolger umschauend, scheint der Kleine dabei gegen einen Baum gelaufen zu sein. Jetzt sitzt er am Boden, reibt sich die Stirn und funkelt Nepomuck mürrisch an. Vom Topf mit Gold keine Spur.

„Du musst vor mir nicht davonlaufen!“ Nepomuck empfindet auf einmal Mitleid mit dem kleinen Wicht. „Ich bin auch ein Kobold – wie du. Ich bin in Norwegen daheim, aber meine Vorfahren stammen aus Rumänien, deswegen sehe ich anders aus.“

Der Leprechaun mustert sein Gegenüber prüfend und verzieht schließlich sein Gesicht zu einem schiefen Grinsen.

„Willst du mein Gold?“

Nepomuck schüttelt den Kopf.

„Ich brauche dein Gold nicht. Behalte es nur.“

Der Wicht macht ein verblüfftes Gesicht und kratzt sich ratlos am Kopf. Dann erhellt sich seine Miene, der Winzling springt auf, fasst in seine Hosentasche und drückt seinem norwegischen Kollegen eine goldene Münze in die Hand.

„Nimm sie als Souvenir! Weißt du, du bist der erste, der kein Gold von mir will. Möge es dir Glück bringen, Verwandter aus Norwegen – wo immer das auch sein mag.“ Noch ehe sich Nepomuck bedanken kann ist der Leprechaun bereits verschwunden.

Wenig später erzählt er den Zwillingen von seinem Erlebnis. Mit vor Aufregung angehaltenem Atem starren die zwei auf die Münze in seiner Hand.

„He! Jetzt bist du reich!“, jubelt Kiara, und Kilian schlägt vor Begeisterung Purzelbäume auf der Wiese. Der Kobold mit dem schwarzen Strubbelhaar schüttelt den Kopf:

„Nein! Ihr wisst doch: das Gold verschwindet, sobald man damit bezahlen will. Ist eben alles Illusion, nur ein Trick.“

„Ganz so stimmt das nicht“, widerspricht Kiara. „Der Leprechaun hat dir die Münze ja  geschenkt. Man sagt, das geschieht nur ganz selten und gilt als etwas Besonderes. Die Münze, die ein Leprechaun dir schenkt, kehrt immer wieder zu dir zurück, egal wie oft du sie ausgibst.“

Ganz allmählich fällt bei Nepomuck der Groschen, und auf einmal macht er einen Freudensprung.

„Das ist ja toll! Da habe ich im Kobolddorf aber was zu berichten!“ Seine kleine Faust schließt sich fest um die goldene Münze. Die drei sitzen noch lange auf der Wiese und erzählen sich gegenseitig Geschichten über irische und norwegische Kobolde, Feen und Elfen. Manchmal raschelt es leise in den Büschen. Na? Ob sie wohl belauscht werden?

Auszug aus dem Buch „Mit Nepomuck auf Weltreise“.

ISBN-13: 978-3961112760

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©byChristine Erdic 

 

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Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.

 

Über Christine Erdic 46 Artikel

Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei. 
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab 
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.

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